Rheinische Post
Serie Jacke an und raus – Radtouren im Winter

Fahrradtouren sind Klassiker, wenn es um den sommerlichen Familienausflug geht. Familie Janßen aus Kevelaer zeigt, dass es sich lohnt, das Rad auch im Winter aus der Garage zu holen.

Lina, Christoph, Claudia und Stine zieht es häufig aufs Rad. Die Familie lässt sich auch von niedrigen Temperaturen nicht abschrecken.

Lina, Christoph, Claudia und Stine zieht es häufig aufs Rad. Die Familie lässt sich auch von niedrigen Temperaturen nicht abschrecken.

Das Thermometer zeigt 6 Grad und die Sonne steht tief, als wir uns bei Familie Janßen treffen. Die beiden Mädchen Lina und Stine sind dick eingepackt, tragen warme Winterschuhe und Fleece-Pullis. Eigentlich keine typische Kleidung für einen Fahrradausflug. Die Laune ist aber bestens, als die Familie aufs Rad steigt.

Christoph Janßen, der schon große Touren gefahren ist erzählt, dass es die Familie immer wieder aufs Rad zieht, wenn das Wetter irgendwie mitspielt.

„Solange es trocken ist, kann man prima draußen unterwegs sein. Gegen die Kälte hilft die passende Kleidung.“ Auch für den Fall, dass es mal regnen sollte, ist die Familie ausgerüstet. „Bei unbeständigem Wetter empfiehlt es sich, eine Regenjacke und eine Regenhose einzupacken. Wetterfeste Kleidung ist in der Regel leicht und lässt sich prima in einer Fahrradtasche oder einem kleinen Rucksack verstauen“, so der Familienvater.

Wichtig ist, dass es immer ein Ziel gibt, ergänzt Claudia Janßen, die Mutter der Kinder. Heute steuern die Vier das niederländische Städtchen Arcen an. In Erwartung auf eine schöne Portion holländischer Fritten, überwinden die Kinder die Strecke von rund 16 km im Handumdrehen.

Im Winter sollten Touren allerdings nicht so lang sein, wie im Sommer. Das erklärt Gregor Peters, er ist Zweiradmechaniker und Fachmann für alle Fragen rund ums Rad. „Das Fahrrad braucht im Winter mehr Pflege“, lässt er uns wissen. Problematisch wird es, wenn die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen. Ein Schutzfilm aus Öl schützt gegen aggressives Streusalz auf den Straßen. Den Bremsen sollte man aber besondere Beachtung schenken. Bei Frost frieren die Bremszüge häufig ein, vor allem, wenn die Räder tagelang unbewegt in der kalten Garage standen. Damit die geplante Wintertour nicht mit einem unvorhergesehenen Unfall endet, sollten Eltern ihre und vor allem die Räder der Kinder checken und auf Funktionsfähigkeit prüfen.

Familie Janßen hat sich mittlerweile mit Pommes gestärkt und in Arcen aufgewärmt. Lina erzählt von großen Touren, die sie in den letzten Sommerferien mit ihren Eltern und ihrer Schwester in Paris gefahren ist. Den Kindern ist es egal, bei welchem Wetter sie draußen unterwegs sind, solange die Kleidung sie warm und trocken hält, das bestätigt auch ihre Mutter. „Den Tag zuhause vor einer Playstation zu verbringen statt raus zu gehen, ist für uns keine Alternative“.

Für die Planung von Touren mit Kindern im Winter gelten eigentlich die gleichen Voraussetzungen wie im Sommer. Familien sollten sich am vorhandenen Netz der Radwanderwege orientieren und die Touren vorbereiten. 30 bis 40 km sind für Kinder ab der 3 Schulklasse in der Regel kein Problem, wenn genügend Pausen eingehalten werden und Abwechslung vorhanden ist. Eltern sind immer gut beraten, wenn sie beim Ausflug auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen um den Nachwuchs bei Laune zu halten. Das kann die oben zitierte Pommes sein, ein Besuch im Streichelzoo oder die Suche nach einem Geocache.

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