Rheinische Post
Jacke an und raus – Stockbrot am Lagerfeuer

Feuer und offene Flammen üben große Faszination aus. Das gilt für große und kleine Kinder. Für die Geschwister Jona, Lynn und Mara schmeißen die Eltern auch im Winter den Grill oder die Feuerschale an.

Jona, Lynn und Mara sitzen geduldig am wärmenden Feuer und drehen ihre Stöcke so lange is das Brot fertig ist.

Jona, Lynn und Mara sitzen geduldig am wärmenden Feuer und drehen ihre Stöcke so lange is das Brot fertig ist.

Die Temperaturen liegen um den Gefrierpunkt, als David Meurs im Garten seine Feuerschale aufbaut und anfängt darin Kleinholz zusammen zu legen. Eigentlich nicht das Wetter, um gemütlich im Garten zu sitzen. Als die ersten Flammen zündeln und sich das Feuer langsam ausbreitet, kommt der zwei Jahre alte Jona dazu. Dick eingepackt mit Buddelhose und Winterjacke. Die beiden älteren Schwerstern Lynn und Mara bringen Decken, Stöcke und eine große Schüssel Hefeteig mit.

„Stockbrot begeistert alle Kinder“, erzählt David Meurs. Die Familie kennt das backen von Brot über der Glut aus diversen Urlauben auf dem Ponyhof. „Da haben wir auch schon bei Minustemperaturen draußen gesessen und alle hatten ihre wahre Freude dran.“ Die benötigten Stöcke hatten die Kinder beim Familienspaziergang gesucht. Jetzt, in der Zeit bis das Feuer richtig runtergebrannt ist, bereiten die Kinder die Stöcke vor und schnitzen mit dem Taschenmesser die Rinde ab.

„Hier kommt dann später das Brot dran“, erklärt uns Lynn. Jona ist da schnell mit fertig und knetet ein langes Teigwürstchen um den Stock.

Für einen Stockbrot-Teig benötigt man einen klassischen Hefeteig. Wie der am besten gemacht wird, fragen wir Georg Vloet. „Mehl, Hefe, Wasser und Salz. Das war´s schon“, erzählt er uns der Bäckermeister. Wichtig ist aber, dass der Teig gut 10 Minuten durchgeknetet wird und dann 1 bis 2 Stunden gehen kann. Das funktioniert am besten zugedeckt und bei Zimmertemperatur. Auf Zucker sollte man verzichten. Zucker verbrennt schnell und der Teig wird schwarz, wenn er zu viel Hitze bekommt. „Den Kindern schmeckt das auch ohne Zucker“, geklärt Vloet.

Mittlerweile knabbern die drei Geschwister an ihren ersten Broten und freuen sich, dass noch genug Teig für eine zweite Ladung da ist.

„Auch unsere Drei hocken im Winter viel drinnen“, erzählt David Meurs, der Vater der Kinder. „Solche Aktionen sind super, um die Kids für ein oder zwei Stunden raus zu locken.“ Zur Vorbereitung benötigt man nicht viel. Stöcke findet man fast überall und ein kleines Feuer kann man in jeder Feuerschale oder auch in einem handelsüblichen Grill machen. „Man sollte allerdings auf trockenes Holz achten und das Feuer gut runter brennen lassen. Mit feuchtem und frischen Holz aus dem Wald, bekommt man ein Feuer kaum an.“ Brennholz gibt es fast überall an Tankstellen, Bau- oder Supermärkten.

Stockbrotteig-Rezept

1 kg Mehl
1 Päckchen Trockenhefe oder 50g frische Hefe
0,5 l Wasser
ein halber Teelöfel Salz

Alles zusammen in einer Rührschüssel 10 Minuten mit Knethaken durchkneten und 1 bis 2 Stunden zugedeckt gehen lassen.

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