Rheinische Post
Jacke an und raus – Geocachen, eine Schatzsuche direkt vor der Haustür

Geocaching ist eine Art moderne Schatzsuche und besonders gut geeignet unsere Umgebung besser kennen zu lernen. Die Geschwister Lennart und Jos aus Kevelaer zeigen wie es geht.

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Der Tag beginnt mit der Qual der Wahl. Wer auf der Internetseite www.geocaching.com den Begriff Kevelaer eingibt und den Suchradius auf 5 Meilen beschränkt bekommt 278 Ergebnisse angezeigt. Das heißt 278 unterschiedliche kleine Schätze, direkt vor der Haustür. Die beiden Geschwister Jos und Lennart Baumann aus Kevelaer sind erfahrene Geocacher. Sie haben das Spiel in einem Ferienlager kennen gelernt.

„Das Prinzip ist ganz einfach“, erklärt der 13-Jährige Jos. „Überall auf der Welt werden von Geocachern kleine Dosen versteckt und der Ort wird dann anhand einer Geokoordinate im Internet veröffentlicht.“ Laut der Website gibt es derzeit über 2,7 Millionen aktive Caches auf der ganzen Welt. „Das einzige was man zum Finden eines Caches benötigt ist ein Gerät, in dem man Geokoordinaten eingeben kann“, ergänzt der 11-Jährige Lennart. Ein solches Gerät kann ein GPS-Gerät sein. Günstige Geräte gibt es ab etwa 40,00 EUR. Es funktioniert aber auch mit jedem handelsüblichen Smartphone. Wir sind mit einem iPhone unterwegs, auf dem ich eine Geocaching-App installiert habe.

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Mittlerweile haben die Jungs sich für einen Cache entschieden und wir machen uns auf dem Weg nach Winnekendonk. Der Cache Sieben Kindheitserinnerungen ist auf mehrere Stationen aufgeteilt. Ein sogenannter Multicache. In der Binnenheide parken wir unser Auto und beginnen mit der Suche. Es sind gut 500 Meter, die wir gemeinsam in den Wald laufen. Nach 10 Minuten gibt unser Gerät an, dass wir unser Ziel erreicht haben. Nun ist Suchen angesagt. Die Sender in Mobiltelefonen sind nicht so genau, wie die in GPS-Geräten. Eine Ungenauigkeit von 15 Metern muss man, je nach Empfangsqualität in Kauf nahmen. Geocachen folgt immer den gleichen Regeln. Auf Grundlage einer Geokoordinate wird eine Dose gesucht. Diese Dose kann unterschiedlich groß sein. Darin befindet sich ein sogenanntes Logbuch, in dem man seinen Namen und den Zeitpunkt des Fundes vermerkt. Häufig findet man darin auch kleine Gegenstände zum tauschen. Wichtig ist, dass die Dose wieder an die Stelle zurück gelegt wird, an der sie lag.

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Unsere Dose haben wir bald gefunden. Hier gibt es Informationen, wie es weiter geht. Thematisch dreht sich dieser Cache um das Thema alte Kindheitserinnerungen. Wir suchen Puzzle, alte Audiokassetten, Rollschuhe und kombinieren einzelne Hinweise nach und nach zu einer Schlusskoordinate. Nach rund 2 Stunden haben wir es geschafft. Die letzte Station haben wir gefunden, der Cache ist geschafft.

Geocachen ist ein Spaß für die ganze Familie, mit dem sich jeder Sonntagsspaziergang zu einem echten Event aufwerten lässt. Schon kleiner Kinder im Alter von 4 bis 5 Jahren haben das Prinzip schnell begriffen und große Freude an der Sucherei. Für kleinere Kinder ist es allerdings wichtig, Caches zu suchen, die nicht allzu schwierig sind. Jungs im Alter von Lennart und Jos, ziehen auch schon mal alleine los. Toll, denn auf diese Weise kommen die Kinder vor die Tür und erkunden ihren Lebensraum.

Geocaches werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt.

Tradi

So nennt man einen Cache, der aus nur einer Dose besteht. Dennoch kann das Auffinden schwierig sein, je nach Größe oder Art des Verstecks.

Multi

Bei einem Multicache handelt es sich um einen Geocache, der auch mehreren Stationen besteht, so wie der von uns gesuchte. Die Schwierigkeit hängt von der zu lösenden Aufgabe ab.

Themencache

Tradi´s oder Multi´s können in unterschiedliche Themenbereiche eingeordnet werden, die es leichter machen, den richtigen Cache zu finden. Es gibt Kinder- oder Nachtcaches, Mystery-, Unterwasser- oder Eventcaches.

Schwierigkeitsstufen

Geocaches sind in Schwierigkeitsstufen von 1 bis 5 aufgeteilt. Für Anfänger empfiehlt es sich, mit einfachen Caches zu starten.

 

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